Zum Inhalt springen
Kissen Ratgeber

Kaufberatung & Vergleiche Redaktion Kissen Ratgeber · Stand

Ergonomisches Kissen: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Inhalt 9 Abschnitte

Was ein Kopfkissen leisten soll

Ein Kopfkissen soll verhindern, dass der Kopf abknickt und die Hals- und Nackenmuskeln überdehnt werden. Die Halswirbelsäule liegt dabei in ihrer natürlichen S-Form. Weil jeder Mensch im Schlaf seine Lage wechselt, laut ÖKO-TEST bis zu 60-mal pro Nacht, muss das Kissen diese Bewegungen mitmachen. Außerdem sollte es atmungsaktiv und waschbar sein.

Ein Kissen, das für alle passt, gibt es nicht. Welches zu Ihnen passt, hängt von mehreren Dingen ab:

  • Schlaflage: Schlafen Sie meist auf der Seite, auf dem Rücken oder auf dem Bauch?
  • Körperbau: Gewicht, Schulterbreite und Halslänge bestimmen, wie hoch das Kissen sein muss.
  • Matratze: Wie tief die Schulter einsinkt, hängt auch vom Härtegrad der Matratze ab. Kissen und Matratze gehören deshalb zusammen betrachtet.
  • Vorlieben: Wie viel Druck vertragen Sie auf dem Ohr, formen Sie Ihr Kissen gern zurecht, schlafen Sie warm oder kühl?

Am verlässlichsten ist es, verschiedene Kissen probezuliegen. Achten Sie beim Kauf auf die Rückgabebedingungen, falls Sie zu Hause noch einmal tauschen möchten.

Das Format: 80 × 80 oder 40 × 80 Zentimeter?

Das quadratische Format 80 × 80 Zentimeter gilt in Deutschland als Standard, weil die Bettgarnituren dazu den passenden Kopfkissenbezug bieten. Bei einer Mehrzonenmatratze sinken die Schultern in eine eigene Zone ein. Dann sollten nur Kopf und Nacken auf dem Kissen liegen, nicht die Schultern. Dafür wird das Format 40 × 80 Zentimeter empfohlen, für Seitenschläfer auch 40 × 70 Zentimeter.

Die Schlaflage entscheidet über die Höhe

Seitenschläfer brauchen ein höheres Kissen als Rückenschläfer, weil der Abstand zwischen Schulter und Kissen größer ist. Das Kissen darf nicht zu flach und nicht zu weich sein, soll aber anschmiegsam bleiben, damit das Ohr nicht zu viel Druck abbekommt. Die Höhe stimmt, wenn der Nacken weder abknickt noch überdehnt wird und die Wirbelsäule bis zum Becken eine gerade Linie bildet.

Rückenschläfer brauchen eher ein flaches Kissen, das den Nacken stützt und den Hinterkopf weich bettet. Die Lage stimmt, wenn das Kinn ganz leicht zur Brust geneigt ist, ähnlich wie im aufrechten Stand. Ist das Kissen zu niedrig, werden die vorderen Halsmuskeln gedehnt, ist es zu hoch, die Nackenmuskeln.

Bauchschläfer kommen manchmal ganz ohne Kissen aus oder brauchen nur eine kleine, flache Unterlage. In dieser Lage ist der Kopf zur Seite gedreht, und ein hohes Kissen würde die Wirbelsäule zusätzlich biegen. Ein kleines Kissen unter dem Bauch kann verhindern, dass man nachts ins Hohlkreuz fällt.

Kaum jemand bleibt die ganze Nacht in einer Lage. Ein Kissen, das genau auf die Seitenlage eingestellt ist, kann in Rückenlage zu hoch sein. Manche Seitenschläfer wählen deshalb ein etwas flacheres Kissen.

Nackenstützkissen und verstellbare Kissen

Im Nackenstützkissen hält ein Block aus Schaumstoff oder Latex den Kopf in der Körperachse, damit die Halswirbel nicht abknicken. Ein Modell, das in jeder Schlaflage und auf jeder Matratze passt, ist allerdings schwer zu finden. Einige Hersteller bieten deshalb Kissen mit herausnehmbaren Platten oder Keilen an. So können Sie die Höhe selbst ausprobieren. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag über verstellbare ergonomische Kissen.

Füllungen im Vergleich

Füllung Eigenschaften
Schaumstoff (Memoryschaum) wird durch Körperwärme weich und passt sich an; bei sehr kühlen Temperaturen bleibt er zu hart
Latex passt sich der Körperform gut an, häufig als Block in Nackenstützkissen
Federn und Daunen weich und formbar; reine Daunen liegen sich schnell platt, je mehr Federn, desto fester; geben Feuchtigkeit schlecht ab
Kunstfaser (Flocken, Hohlfaserkügelchen) weich, dauerhaft elastisch, bei 60 °C waschbar
Dinkelspelz, Hirseschalen relativ fest, halten Wärme; das Rieselgeräusch beim Lagewechsel kann stören
Wolle, Rosshaar Wolle ist fest und elastisch; Rosshaar gleicht die Temperatur aus und liegt kühl

Wer viel schwitzt, liegt auf Kunstfaser oder Rosshaar meist besser als auf Federn und Daunen. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Beitrag Daunenkissen oder Microfaser.

Hinweise für Hausstauballergiker

Hausstaubmilben ernähren sich von Hautschuppen, nicht von Federn oder Daunen. Die Inletts von Feder- und Daunenkissen sind dicht gewebt, sodass Milben kaum hindurchkommen. Wer sichergehen will, achtet auf das Nomite-Zeichen. Kissen mit Kunstfaserfüllung lassen sich bei 60 °C waschen und werden deshalb häufig für Allergiker empfohlen.

Pflege und Lebensdauer

  • Feder- und Daunenkissen: täglich aufschütteln und lüften, aber nicht in die pralle Sonne legen, sonst werden die Federn brüchig. Etwa alle drei Monate mit Daunen- oder Wollwaschmittel waschen.
  • Faser- und Kügelchenkissen: täglich an einem schattigen Platz lüften; häufiges Waschen schadet ihnen in der Regel nicht.
  • Nackenstützkissen mit Platten: den Bezug waschen, die Platten regelmäßig ausklopfen.

Auch bei guter Pflege ist nach drei bis vier Jahren ein neues Kissen fällig.

Kurz zusammengefasst

Wählen Sie die Höhe nach Ihrer Schlaflage und Ihrem Körperbau, das Format passend zur Matratze und die Füllung nach Ihren Vorlieben. Ein verstellbares Kissen erleichtert das Ausprobieren. Liegen Sie vor dem Kauf probe, wo es geht.

Quelle: ÖKO-TEST, Ratgeber „Warenkunde Kissen“ (12.05.2016).

Häufige Fragen zu ergonomischen Kissen

Welche Schlafposition sollte ich bei der Kissenwahl berücksichtigen?

Ihre häufigste. Seitenschläfer brauchen ein höheres Kissen, das nicht zu flach und nicht zu weich ist. Rückenschläfer brauchen eher ein flaches Kissen, das den Nacken stützt. Bauchschläfer kommen manchmal mit einer kleinen, flachen Unterlage oder ganz ohne Kissen aus.

Welche Materialien gibt es für ergonomische Kissen?

Nackenstützkissen gibt es mit einem Block aus Schaumstoff oder Latex, mit Wasserkern oder mit herausnehmbaren Platten. Daneben gibt es Füllungen aus Federn und Daunen, Kunstfaser, Dinkelspelz oder Hirseschalen, Wolle und Rosshaar. Sie unterscheiden sich in Festigkeit, Wärme und Waschbarkeit.

Wie oft sollte ich mein Kissen austauschen?

Laut ÖKO-TEST ist auch bei guter Pflege nach drei bis vier Jahren ein neues Kissen fällig. Bis dahin sollten Sie es regelmäßig lüften und, je nach Füllung, waschen.

Wie kann ich sicherstellen, dass das Kissen zu mir passt?

Probeliegen ist wichtig. Nehmen Sie sich Zeit, verschiedene Kissen auszuprobieren. Berücksichtigen Sie auch die Rückgabebedingungen, falls Sie zu Hause noch tauschen möchten. Ein Kissen mit herausnehmbaren Platten lässt sich in der Höhe anpassen.

Welches Kissenformat passt zu einer Mehrzonenmatratze?

Bei einer Mehrzonenmatratze sinken die Schultern in eine eigene Zone ein, auf dem Kissen liegen nur Kopf und Nacken. Empfohlen wird deshalb das Format 40 × 80 Zentimeter statt des quadratischen 80 × 80.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

Mehr aus Kaufberatung & Vergleiche