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Kissen Ratgeber

Sicherer Babyschlaf: Warum Babys im ersten Jahr kein Kissen brauchen

Ein Kopfkissen gehört nicht ins Babybett. Die medizinischen Fachgesellschaften empfehlen Eltern ausdrücklich, darauf zu verzichten – ebenso auf Nestchen, gepolsterte Bettumrandungen und größere Kuscheltiere.

Was die Leitlinie empfiehlt

Die Leitlinie „Prävention des Plötzlichen Säuglingstods“ der medizinischen Fachgesellschaften nennt Empfehlungen, die als gesichert gelten und allen Eltern von Neugeborenen zugänglich gemacht werden sollen:

  • Rückenlage: Legen Sie Ihr Kind zum Schlafen auf den Rücken, auf eine feste und waagerechte (keine schräge) Unterlage.
  • Kein Kissen, kein Nestchen: Verzichten Sie auf Kopfkissen, Fellunterlagen, „Nestchen“, gepolsterte Bettumrandungen und größere Kuscheltiere, mit denen sich Ihr Kind überdecken könnte.
  • Schlafsack statt Bettdecke: Statt einer Bettdecke empfiehlt die Leitlinie einen Baby-Schlafsack in altersentsprechender Größe. Nachts gilt eine Raumtemperatur von 18 °C als optimal. Fühlt sich die Haut zwischen den Schulterblättern warm, aber nicht verschwitzt an, ist es Ihrem Kind weder zu warm noch zu kalt.
  • Ohne Schlafsack: Legen Sie Ihr Kind so ins Bett, dass es mit den Füßen am Fußende anstößt und nicht mit dem Kopf unter die Decke rutschen kann.
  • Nicht fest einwickeln: Wickeln Sie Ihr Kind zum Schlafen nicht fest ein.
  • Eigenes Bett im Elternzimmer: Lassen Sie Ihr Kind bei sich im Zimmer, aber im eigenen Kinderbett schlafen – vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten.
  • Rauchfreie Umgebung, auch schon während der Schwangerschaft.
  • Stillen im ersten Lebensjahr, möglichst mindestens vier bis sechs Monate.
  • Schnuller anbieten: Bieten Sie Ihrem Kind zum Schlafengehen einen Schnuller an – ohne Zwang.

Und die Kopfform?

Viele Eltern suchen ein Babykissen, weil sie einem abgeflachten Hinterkopf vorbeugen möchten. Die Leitlinie empfiehlt dafür kein Kissen, sondern etwas anderes: Legen Sie Ihr Kind tagsüber, solange es wach ist und Sie es gut beobachten können, regelmäßig für kurze Zeit auf den Bauch. Das fördert die motorische Entwicklung und beugt einer asymmetrischen Kopfform vor. Fragen zur Kopfform Ihres Kindes klären Sie am besten bei der Vorsorgeuntersuchung mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.

Direkt nach der Geburt

Die Empfehlungen gelten auch für die erste Zeit nach der Geburt. Liegt Ihr Kind auf Ihrem Körper, achten Sie darauf, dass es stets freie Atemwege hat. Werden Sie müde oder abgelenkt, legen Sie es in Rückenlage in sein eigenes Bett.

Quelle

Poets CF, Paditz E, Erler T u. a.: S1-Leitlinie „Prävention des Plötzlichen Säuglingstods“, AWMF-Register Nr. 063-002, Stand 11/2022, herausgegeben unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Abgerufen am 13.10.2026.

Dieser Text gibt die Empfehlungen der Leitlinie wieder. Er ersetzt keine Beratung durch Ihre Hebamme, Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.